1. Kinder spielerisch per VR an Behandlungsmethoden gewöhnen
Wer schon mal eine Untersuchung per MRT bekommen hat, der weiß: Der Kernspintomograph ist eine Röhre, in der es sehr eng ist. Das Körperteil, das untersucht wird, muss während der Untersuchung stillgehalten werden, damit das entstehende Bild bei der Aufzeichnung nicht verwackelt. Zusätzlich dazu ist es sehr laut in der Röhre: Hämmernde, klopfende, piepsende Geräusche wechseln sich in unterschiedlichen Rhythmen ab. Eine Situation, die schon erwachsene Menschen auf die Probe stellt. „Einem Erwachsenen können Sie gut erklären, dass er da still drin liegen muss, weil die Untersuchung sonst länger dauert“, sagt die Digital Change Managerin Dr. Diehl. „Einem Kind kann man das aber nur sehr schwer erklären. Deswegen hat ein Oberarzt aus unserer Kinderklinik ein ganz tolles VR-Spiel erfunden.“
Per App und VR-Brille sollen sich die Kinder vor ihrer Untersuchung im MRT zu Hause an die besonderen Bedingungen in der Röhre gewöhnen können und Ängste abbauen. Spielerisch wird Ihnen in der App der UME zum Beispiel erklärt, was Magnetismus ist, sie können virtuell einen Magneten erkunden oder den Untersuchungsraum mit dem Kernspintomographen kennenlernen, der den Räumlichkeiten der Essener Klinik nachempfunden ist. Die Kinder selbst, ihre Eltern, Ärztinnen, Ärzte und Angestellte des Krankenhauses sind als kleine Avatare dargestellt, die Pinguinen ähneln.
Zuhause legen sich die Kinder auf das Sofa oder den Teppich – mit der VR-Brille wirkt es so, als lägen sie sich auf den Tisch des MRT. Das Spiel ist nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden gestaffelt. Ziel ist es, den Kopf ruhig zu halten. Je länger sie das schaffen, desto mehr Elemente tauchen in der VR-Brille auf. Die Kinder sehen etwa einen Sternenhimmel, Einhörner kommen ins Bild. Sie können Mutsprüche lesen. Und auch der Lärmpegel nimmt immer mehr zu. „Über einige Wochen lernen die Kinder zu Hause auf diese Weise: Es passiert mir nichts, es ist völlig in Ordnung, still dazuliegen. Dadurch können wir den Kindern eine Narkose ersparen“, sagt Diehl. „Und das ist natürlich ein riesiger Vorteil.“