IW-Studie
Die Metropole Ruhr kann mit dem konsequenten Einsatz von Wasserstoff ihren CO2-Ausstoß um mehr als 70 Prozent reduzieren. Das zeigt eine aktuelle Studie des IW Köln.
Die Metropole Ruhr kann mit dem konsequenten Einsatz von Wasserstoff ihren CO2-Ausstoß um mehr als 70 Prozent reduzieren. Das zeigt eine aktuelle Studie des IW Köln.
In nicht einmal 30 Jahren könnten in der Metropole Ruhr 25,5 Millionen Tonnen weniger CO2 ausgestoßen werden als noch im Jahr 2018. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im CO2-Kompass Metropole Ruhr berechnet, einer aktuellen Studie. Grundlage dafür ist der konsequente Einsatz von Wasserstoff-Technologien. Das Einsparpotenzial entspricht dabei der zehnfachen Menge CO2, die der innerdeutsche Flugverkehr vor der Corona-Pandemie verursacht hat.
Wasserstoff hat daher das Potenzial, zum entscheidenden Faktor beim Erreichen der Klimaziele zu werden. Die Bundesregierung strebt eine klimaneutrale Wirtschaft bis zum Jahr 2050 an. „Unter der Voraussetzung, dass er grün produziert wird, kann Wasserstoff die zentrale Technologie der Metropole Ruhr bei der Erreichung der Klimaziele werden“, sagt Hanno Kempermann vom IW. Allein in der Metropole Ruhr könnten 2050 durch gezielte Maßnahmen in den Bereichen Industrie, Verkehr und Wärmeerzeugung 72 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden als noch im Jahr 2018.
Größter Verursacher von CO2-Emissionen ist in Deutschland die Industrie mitsamt aller energiewirtschaftlicher Prozesse. Sie ist für 62 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Im Ruhrgebiet liegt der Anteil um mehr als zehn Prozentpunkte höher - insbesondere aufgrund der energieintensiven Stahlbranche. Damit hat die Stahlindustrie der Metropole Ruhr eine besonders relevante Hebelwirkung bei der Durchsetzung der bundesweiten Klimaziele.
„Die Metropole Ruhr überzeugt als Wasserstoff-Standort schon heute mit einer europaweit einzigartigen Dichte an industriellen Anlagen, die Wasserstoff erzeugen, sowie einer flächendeckenden Infrastruktur und exzellenten Forschungsinstituten“, sagt RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel. „Diese Voraussetzungen begünstigen den Aufbau einer international orientierten Wasserstoffwirtschaft hier vor Ort und bergen enorme Beschäftigungspotenziale.“
Bereits mit seinem Wasserstoff-Ranking machte das IW im bundesweiten Vergleich der Wasserstoff-Regionen Deutschlands deutlich, dass das Ruhrgebiet aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur beste Ansatzpunkte hat, um eine umfassende Wasserstoff-Wirtschaft aufzubauen – und somit zu einem europäischen Zentrum der neuen Technologien zu werden.